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    Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

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    Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

    Beitrag  Gast am Fr Jan 14, 2011 2:42 pm

    Ich bin jemand der die Dinge gerne hinterfragt und nicht, weil es mir passt, Argumente einfach aufnehme.
    In vegetarischen/veganen Kreisen wird oft erzählt, daß für 1kg Fleisch 7 kg Weizen draufgehen würde.
    Das Argument kennt sicher jeder.
    Nur ist es so, daß Weizen, Mais, Soja nicht die ideale Kost für Kühe darstellt, sondern frisches Gras.
    Und da schliesst sich die zweite Frage an, wie sieht es eigentlich mit dem Kg Weizen, Soja, Mais aus?
    Stichwort: agrarindustrielle Produktionsweise & irreversible ökologische Schäden
    Es scheint so zu sein, daß Weizen-, Reis- und Mais-Monokulturen eine Reihe nährstoffreicherer Pflanzen verdrängt haben.
    Und Hunger wird man nicht mit Nahrungsmittellieferungen decken können, sondern nur mit einem verbesserten Anbau direkt auf den Feldern der Kleinbauern.
    Denn laut Weltagrarbericht müsste man die Kleinbauern förderen, so ernähren man die Welt, ohne dabei die Grundlagen der Agrarkultur zu zerstören, wie es der größte Teil der agrarindustriellen Betriebe auf Kosten der Umwelt tut.
    Das schliesst im übrigen vegane Lebensmittel ein.
    In den nächsten 50 Jahren erleben wir einen Verlust der Bodenfruchtbarkeit und die schwindende Biodiversität. Mit dem Auslaufen von fossiler Energie (Basis für Kunstdünger) wird in 50-100 Jahren Schluss sein.

    Letztendlich wird man wieder auf natürlichen Dünger von Nutztieren angewiesen sein um die Menschen zu ernähren, mit neuen Konzepten wie Kleinbauernhöfen im Gegensatz zu Massentierhöfen und agrarindustrielle Produktionsweisen.

    Die Argumentation ist daher nicht fehlerfrei und Kunstdünger auch nicht mehr lange verfügbar. Eine vegane Welt somit ohne Nutztierhaltung nicht möglich, eine vegetarische allerdings schon.


    Zuletzt von Gorilla am Fr Jan 14, 2011 10:27 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Andi
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    Re: Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

    Beitrag  Andi am Fr Jan 14, 2011 8:54 pm

    Es gibt Kompost, und "natürlichen Dünger" produziere ich persönlich auch nicht gerade wenig. Wenn jemand braucht, ich verkauf's. Hehe

    Auf die Schnelle habe ich auch nichts dazu gefunden, dass Kunstdünger auf fossiler Energie basiert.

    Allgemein kann ich deine Argumentation nicht nachvollziehen. Die grundlegende physikalische Betrachtung dazu: Durch die Tierhaltung wird ein signifikanter Teil der Makronährstoffe einfach verheizt, die Mineralstoffe bleiben nur konstant. Wie soll das denn ein Problem mit der Bodenfruchtbarkeit lösen? Mal davon abgesehen, dass Tiere auch wieder Futter brauchen.

    Und wie schaut es denn mit der Dreifelderwirtschaft aus? Ist ja nicht weniger effizient, als Tiere nur wegen Scheiße zu halten.
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    Re: Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

    Beitrag  Gast am Fr Jan 14, 2011 10:24 pm

    Andi schrieb:

    Allgemein kann ich deine Argumentation nicht nachvollziehen. Die grundlegende physikalische Betrachtung dazu: Durch die Tierhaltung wird ein signifikanter Teil der Makronährstoffe einfach verheizt, die Mineralstoffe bleiben nur konstant. Wie soll das denn ein Problem mit der Bodenfruchtbarkeit lösen? Mal davon abgesehen, dass Tiere auch wieder Futter brauchen.

    Und wie schaut es denn mit der Dreifelderwirtschaft aus? Ist ja nicht weniger effizient, als Tiere nur wegen Scheiße zu halten.

    Das ist ja nicht meine Argumentation, sondern u.a aus dem Buch "The Vegetarian Myth" einer Ex-Veganerin, die nachdem sie diese Zusammenhänge endeckt hätte (nach 20 Jahren Veganismus) wieder mit dem Fleischkonsum begonnen hätte.

    Mir geht es darum die Argumente zu durchleuchten.

    Teile des Buchs kann man z.B. hier lesen (Look inside):
    http://www.amazon.com/Vegetarian-Myth-Food-Justice-Sustainability/dp/1604860804

    Das Tiere Futter bauchen ist klar, aber (so die Quelle) nicht von Weizen oder Soja, wodurch die Monokulturen wiederum Pflanzen und Tiere verdrängt werden, sondern durch Gras.
    Laut z.B. Bioland
    (...)Tiermist sichern Biobauern die Bodenfruchtbarkeit. Synthetische Stickstoffdünger und Pestizide sind überflüssig. Durch Weidenutzung erhalten Biokühe wertvolle Kulturflächen: Mit dem Kauf eines Liters Biomilch können pro Jahr 2,5 m2 Wiesen und Weiden ökologisch bewirtschaftet werden.

    Wobei auch hier im Winter Heu und Silage und Kraftfuttereinsatz stattfinde, was das Argument der Ex-Veganerin wieder abschwächt.

    Die Autorin macht einen seltsamen Eindruck, der Einstieg ist so extrem lächerlich (Baby-Bunnys):
    https://www.youtube.com/watch?v=4oOsLOotrRw
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    Re: Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

    Beitrag  Gast am Fr Jan 14, 2011 11:38 pm

    Nachdem ich jetzt nur eine Stunde mit Recherche verbracht habe, steht fest, daß das Buch das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt ist. Das sage ich jetzt nicht, weil mir die Argumente nicht gefallen, sondern weil das Buch voller falscher Informationen ist und extrem schlecht recherchiert ist.

    Der Verdacht drängt sich auf, daß die Autorin, nachdem sie (nach ihren Angaben) 20 Jahre vegan war und einer schlecht geplanten Kost gefolgt ist, nun eine Erklärung gesucht hat, ihren Fleischkonsum zu rechtfertigen und das gleich in einem Buch zu festigen.

    Immerhin sind 90% der Quellen in ihrem Buch unwissenschaftlich, teilweise von Wikipedia! Eine Quelle ist sogar aus einem Forum!!
    Andere Quellen sind von Webseiten von Laien, Zeitungen oder pseudowissenschaftlichen Büchern. Lediglich weniger als 10% der Quellen sind wissenschaftlichen Studien.

    Hier noch eine sehr gute "Review" zum Buch:

    http://www.theveganrd.com/2010/09/review-of-the-vegetarian-myth.html

    Wieder mal nur ein Luftnummer ohne Substanz...wie man es aus dem Paleo & WAPF Umfeld kennt.
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    Floey
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    Re: Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

    Beitrag  Floey am Fr Jan 14, 2011 11:54 pm

    Kunstdünger sind laut Wikipedia tatsächlich größtenteils abhängig von nicht nachwachsenden Ressourcen (Fossiler Energie usw.). Aber kompostierte Pflanzenabfälle oder sogar Lupinenschrot stellen eine organische Alternative dar.
    http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCnger

    Dies scheint also schon mal kein sinnvolles Argument zu sein, da vermutlich immer noch genug Nebenprodukte (Schalen und Kitschen von Früchten, Lupinenhülsen usw.) des Anbaus genutzt werden könnten.

    Wieder ein Grund mehr, den Anbau von Lupinen zu fördern Wink Die wachsen wohl auch fast überall Smile

    Edit: Aus der Quelle, die du gefunden hast, Gorilla:
    or example, when she writes about evolution as it affects dietary needs, and suggests that “the archeological evidence is incontrovertible,” she is actually referencing the book Protein Power, written by two physicians who have no expertise in evolution or anthropology. It’s a neat trick, of course, because we have no idea where the Protein Power authors got their information. By burying all of the actual studies this way, she makes it laborious for readers to check her facts.

    I doubt she did this on purpose. And I don’t think she was being sloppy or lazy, either. She just doesn’t understand how complex the research is and she certainly doesn’t know much about basic nutrition.


    Das ist ja so oft so Wink Schon alleine wenn die "Ergebnisse" von Studien unhinterfragt als Faktum akzeptiert werden, ist das ein Zeichen dafür, dass sich die entsprechenden Rezipienten der Schwierigkeit und Unsicherheit, sowie der Manipulierbarkeit empirisch-wissenschaftlicher Untersuchungen nicht im klaren sind.
    Hier scheint es noch schlimmer zu sein, da größtenteils nicht mal auf Studien zurückgeriffen wurde, geschweige denn verschiedene wissenschaftliche Quellen gegeneinander abgewägt wurden Wink

    Ich finde es aber gut, dass du dich dennoch kritisch damit auseinandersetzt, Gorilla. Smile


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    Re: Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

    Beitrag  Gorilla am Sa Sep 14, 2013 10:52 pm

    Das Buch gibt es jetzt wohl auch auf deutsch.

    http://www.amazon.de/Ethisch-Essen-Fleisch-Streitschrift-Missverst%C3%A4ndnisse/dp/3927372870

    Ganz übel. Natürlich super für Fleischfreunde. Eine gute Grundlage nichts verändern zu müssen, egal wie hanebüchen die Argumente auch sind. Zum Glück sind schon passende Kundenrezensionen verfasst worden.

    Lierre Keith schreibt von "krassem Anthropozismus" und bezieht das auf das Argument, einen Apfel zu essen wäre okay. Aus ihrer Sicht ist es das nicht, denn dies wäre 1. Ausbeutung, 2. ein Akt des Tötens 3. gibt es keine Einverständniserklärung seitens des Apfelbaums 4. existieren in der Natur eigentlich gar keine Äpfel, weil sie gezüchtet wurden, und die Vorfahren der domestizierten Früchte waren allesamt ungenießbar...
    Ergo ist die Ernte und der Verzehr von Äpfeln gemeiner Massenmord.
    Ernsthaft das steht wirklich im Buch.... wirr
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    Re: Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

    Beitrag  xeper am So Sep 15, 2013 7:59 am

    Bei solchen Büchern muss es bei Amazon negative Kritiken hageln!
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    Re: Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

    Beitrag  Gorilla am Sa Sep 21, 2013 12:18 am

    Still ruht der See Meh! 

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    Re: Vegetarian Myth - Schonungslose Recherche?

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